Die Grauzonen der Biobauern

Die Biobranche lebt zum überwiegenden Teil von den Idealen der Biobauern, aber vor allem von umwelt- und gesundheitsbewusster Verbraucher, die diesem Trend die nötige Aufmerksamkeit verleihen.

Erkennbar sind Bioprodukte durch die Kennzeichnung der Nahrungsrohstoffe und Lebensmittel mit dem bekannten EU-Biosiegel, dessen Vergabe in Deutschland und der kompletten EU sehr streng geregelt ist. Jedoch gibt es auch viele weitere Bio-Siegel, die seitens der Hersteller bzw. Händler eigens kreiert wurden und die Nachvollziehbarkeit deutlich erschwert wird.

Wie dem auch sei. Ein Bio-Bauer unterliegt, wie alle Unternehmer den Gesetzen der Marktwirtschaft. Das bedeutet, er muss rentabel und wirtschaftlich sein, um eine Nachhaltigkeit zu schaffen.

 

Dieser Tatsache bedingt lassen sich desöfteren immer wieder Händler, sowie auch die Anbauer zu rechtswidrigen Handlungen verleiten. In den Kontrollen lassen sich die Handlungen leider oft auch nur sehr schwer nachvollziehen und können so viel zu selten aufgedeckt werden.

Das Hauptproblem ist der zu hohe Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Sehr oft findet eine zu hohe Gabe bzw. Einsatz von erlaubter Pflanzenschutzmittel statt. Die Einsatzmengen sind gesetzlich geregelt und begrenzt. Die Wirksamkeit dieser Pflanzenschutzmittel liegt deutlich unter denen chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Zum Ausgleich erhöhen die Bioanbauer immer wieder die eingesetzten Schutzmittelmengen und überschreiten dabei die vorgeschriebenen Werte.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Trennung von Bioanbau und der herkömmlichen konventionellen Landwirtschaft

Ein großer Teil von Bioproduzenten betreibt neben dem Anbau von Bioprodukten ebenfalls noch den herkömmlichen Anbau. Dabei werden einige Felder und Tiermastanlagen nach Biobedingungen und andere wiederum nach konventionellen Erfordernissen bewirtschaftet. Bei dieser Konstellation fehlt die ausreichende Transparenz, da die Abgrenzung in der Produktion nicht optimal gegeben ist.

Auch hier ist der Einsatz chemischer-synthetischer Pflanzenschutzmittel, die im Betrieb vorhanden sein dürfen nicht mehr nachvollziehbar. Die Biofelder können so entweder gezielt mitbehandelt werden, oder der Wind treibt die Schutzmittel beim Ausbringen unbeabsichtigt auf die Flächen, wo der Bioanbau stattfindet.

 

Die Politik hat dieses Problem auch bereits schon erkannt. In der EU wird seither über eine strikte Trennung von Anbaumetholden diskutiert. Die Folge ist, dass sich die Bauer bzw. Produzenten für die eine oder die andere Anbauweise entscheiden müssten. Zugleich sollen die Anforderungen zur Produktion und Verarbeitung deutlich verschärft werden.

(BSA, 16.010.000)