Krebs - schützen dich Obst und Gemüse doch nicht?​

Eine gesunde Lebensweise in Kombination mit einer bedarfsgerechten Zufuhr an Obst und Gemüse sind ja bekanntlich die besten Maßnahmen gegen eine mögliche Krebserkrankung – oder etwas doch nicht?

 

Sehr überraschend, denn jetzt wird es richtig interessant, denn eine Studie, die im Journal of the Nationale Cancer Institute veröffentlicht wurde, kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass Obst und Gemüse scheinbar kaum Einfluss auf die potentielle Krebsgefahr ausüben tun. Aber, hey, was ist nun los? Widersprechen etwa die Forscher mit dieser Studie allem, was wir bisher als Verbraucher über Krebs und Ernährung zu wissen dachten?

Krebs - mit großen Schritten zur Volkskrankheit Nr.1?

Bevor ich nun das eigentliche Ergebnis zur Studie relativieren werde, möchte ich dir als Leser erstmal einige Hintergrundinformationen zu dieser Krankheit gegeben.

 

Als Krebs werden im alltäglichen Sprachgebrauch gut- und bösartige Tumore verstanden, also Gewebeveränderungen, die im Körper step by step immer weiter wachsen, aufgrund eigens regulierenden Mechanismen, die im Normalfall ein Gleichgewicht von sterbenden und neu entstehenden Zellen aufrecht erhalten sollen, nicht mehr richtig greifen. Und prinzipiell können sich diese im Körper überall bilden, wobei statistisch gesehen die einen Krebsarten deutlich häufiger vorkommen, als andere!

Im Dezember 2011 verkündete das Britische Portal „medicalnewstoday“ auf Grund einer Untersuchung in Großbritannien, dass ca. 40% aller Krebsvorfälle vermeidbar wären. Eine enorm große Zahl, die zunächst zur Frage führt, wie groß eigentlich das Risiko für einen selbst ist!

Für Deutschland gab das mittlerweile sehr bekannte „Robert Koch-Institut“ zuletzt 2005/2006 zusammen mit der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland einen ganzheitlich umfassenden Bericht zum Thema Krebs heraus.

Erstaunlicherweise wurde dort auf der Seite 12 und 13 des Berichts hingewiesen, dass nicht nur die Art der Krebserkrankung eine unterschiedlich große Häufigkeiten aufweist, sondern dass auch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen festzustellen ist.

 

Obendrein steht die Häufigkeiten der geschätzten Neuerkrankungen in keiner direkten Korrelation zu den Sterbefällen. Während Männer z.B. am häufigsten an Prostata-Krebs erkranken, sind wiederum die meisten Sterbefälle aufgrund von Lungenkrebs beim männlichen Geschlecht festzustellen. Irgendwie verwirrend, oder nicht?

Also, generell ist es tatsächlich richtig, wenn in Medien immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Zahl der jährlichen Krebserkrankungen zunimmt. Dabei ist jedoch mit absoluter Vorsicht darauf zu achten, dass dies in erster Linie unserem demographischen Wandel zu schulden ist. Seit den frühen 90er Jahren haben sich lediglich die Erkrankungsraten bei 55- bis 80-jährigen Männern und 45- bis 70-jährigen Frauen erhöht! In allen anderen Altersklassen nahm die Rate dagegen sogar ab. Gleichzeitig sank die Sterberate bei Frauen und Männern um ganze 20% ab. Krebs ist also eine Krankheit, die vor allem (sehr) alte Menschen in Deutschland betrifft, was die Gefahr natürlich nicht herunterspielen soll, allerdings jedoch den unseriösen Angstmachereien ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen soll.

Du kannst dir aber dennoch die nächsten Lebensjahre über viele Dinge Gedanken machen, Krebs gehört jedoch rein statistisch gesehen tatsächlich eher zu den kleineren Problemen. Wobei ich an dieser Stelle eine erhöhte Gefahr, wie z.B. für Brustkrebs, wenn es bereits Vorfälle in der Familie gab, nicht einbezogen wird.  

 

Die Aussage, dass Krebs vor allem ein Altersproblem ist, ist nicht ganz richtig! Denn dabei gilt es, soweit zu relativieren, dass die Krankheit ja auch eine Menge Zeit braucht, um sich zu entwickeln und nicht wie eine Grippe innerhalb weniger Tage auftritt und wieder geht. Ist man also an Krebsvorbeugung bzw. -prävention interessiert, muss man sich einem Langzeitprojekt stellen!

 

Ein Projekt, dessen größten Erfolg Du daran bemerken wirst, dass Du eben nichts bemerkst!

Was nun? Eignet sich Obst und Gemüse zur Krebsprävention /-vorsorge?

Klar, machen wir uns eines bewusst! Viel Bewegung, Vermeidung von Adipositas und allgemeinem Übergewicht, eine gesunde, bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung, keinen oder nur wenig Alkohol und nach Möglichkeit gar kein Rauchen – die allgemeinen Experten Empfehlungen zum Thema Krebsvorsorge sind wenig überraschend und entsprechen dem, was von den Meisten als gesunder Lebensstil verstanden wird.

Eine Studie die vom European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) von 1992 bis 2000 durchgeführt wurde, beschäftige sich deutlich intensiver mit Krebs und seinen Präventionsmöglichkeiten. Hier wurden in zehn verschiedenen europäischen Ländern insgesamt 519.000 Studienteilnehmer auf ihre Ernährung, Lebensweise, Krebs und weiteren Punkten untersucht und über die letzten Jahre immer wieder neue Auswertungsergebnisse veröffentlicht.

Eines, der mit Abstand wohl erstaunlichsten Ergebnisse publizierten die Forscher dann 2009/2010. Wie bereits zu Beginn beschrieben, stellten die Forscher im Journal of the Nationale Cancer Institute dar, dass Obst und Gemüse angeblich kaum einen Einfluss auf das Krebsrisiko der Menschen ausüben würden. Um genauer zu sein, wurde gesagt, dass eine Erhöhung der täglichen Obst- und Gemüseportionen um 150g das Risiko lediglich um 2,3 (bei Frauen) bis 2,6% (bei Männern) senken würde.

Wer hingegen komplett auf Obst und Gemüse verzichtet, hätte aber andererseits lediglich ein um 9% gesteigertes Krebsrisiko. Mal ehrlich! Das ist doch ein recht unbefriedigendes Ergebnis für Menschen, die eine bewusste Ernährung verfolgen, oder?

Ach ja, das soll jetzt nicht direkt dazu führen, dass Du deine tägliche Obstportion in Zukunft nur noch in Form von Fruchtgummis konsumierst.

Ein amerikanische Autor namens Jon Barron ließ das Ganze nicht unkommentiert auf sich sitzen und deutete auf grobe Ungenauigkeiten hin, welche die zunächst reißerisch wirkenden Ergebnisse deutlich relativieren sollten: Das größte Problem an solchen Studien ist schlichtweg die Tatsache, dass überhaupt niemand behauptet hat, dass alle Obst- und Gemüse Sorten gegen Krebs helfen würden. So wie beim Fitnesstraining das Trizepsdrücken keinen Einfluss auf deine Kniebeugeleistung ausübt, wird auch ein exzessiver Konsum von Eisbergsalat oder Getreide nicht im Sinne einer Krebsprävention sein.

Die scheinbar so durchdringende Aussage der Studie, die Alle möglicherweise zum Umdenken hätte verleiten können, sorgt also nun doch eher für Kopfschmerzen: Der Verbraucher wird mit solchen Aussagen, wie so oft, mal wieder in die Irre geführt, denn der Konsum bestimmter Lebensmittel kann nach wie vor zur Prävention bestimmter Krebsarten sehr hilfreich sein.

Das Ganze ist ein Kreislauf, der das Essen von Obst und Gemüse einfach unabdingbar macht in meinen Augen, denn mal ganz abgesehen davon sind Menschen, die täglich mehrere Portionen Obst und Gemüse essen, deutlich weniger von Fettleibigkeit / Adipositas betroffen, was sich wiederum nachhaltig positiv für die Krebsvorsorge ist.

Fazit: Es bleibt für mich die Erkenntnis, dass die im Journal of the Nationale Cancer Institute veröffentlichten Ergebnisse zwar im Rahmen der Studie nachgewiesen wurden, jedoch die netto Aussagekraft dieser Studie und die tatsächliche Bedeutung für die Krebsprävention bleibt gleich Null, da dies von mehreren Faktoren abhängig ist und das Ganze aus einem kompletten Gesamtpaket besteht! Denn nur wenn deine Bremsen am Auto funktionieren, bedeutet das nicht dass Du keinen Motorschaden bekommen kannst!

Also, mein Appell an dich! Iss 3-5 Portionen Gemüse am Tag! Damit vermeidest Du zu starkes Übergewicht und es ist obendrein gesund, da es deinen Körper mit vielen Vitaminen, Mineralien, sowie Mengen- und Spurenelementen versorgt!