Oldschool Bodybuilding vs. Newschool Bodybuilding

Wann hat das Bodybuilding begonnen und wie hat es sich entwickelt?

Im Grunde begann der Körperkult Bodybuilding gegen Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit der Legende Eugene Sandow, der bereits im Jahre 1901 den aller ersten Wettkampf ins Leben rief. Dieser Sport ist allerdings leider in Vergessenheit geraten – bis die, wohl jedem Bodybuilding Fan bekannten Brüder Joe und Ben Weider die IFBB (International Federation of Bodybuilding) gegründet haben.

 

 

1965 starteten die beiden den Mr. Olympia. Die ersten Gewinner dieser Trophäe hießen Larry Scott und Sergio Oliva. Das in der heutigen Zeit bekannte „Old School Bodybuilding“ wurde jedoch erst 1970 durch den Sieg von Arnold Schwarzenegger so populär. Die Entwicklung rund um das Training nahm während der letzten Jahrzehnte seinen Lauf!

Wie hat sich bei Fitnesstraining bzw. Fitness Workout verändert?

Es gab damals eine Regel: „Keep it simple and stupid“, was auf deutsch übersetzt bedeutet „Halte das Training simpel“.

 

Old School Bodybuilder trainieren drei bis fünf Mal pro Woche. Grundübungen haben die allerhöchste Priorität. Assistenz- und Hilfsübungen bringen Schwachstellen zum gewünschten Wachstum. Isolationsübungen ergänzen das Fitness Training dann noch! Die Isolationsübungen kamen im Grunde nie bis nur selten als Hauptübung vor.

 

3×3, 5×5 mit 8 bis 12 Wiederholungen gehörten zum typischen Trainingsbild. Die Sportler bewegten sich fast ausschließlich im Bereich der Hypertrophie (dem Muskelaufbau Training).

 

Was ist heute anders? Nun, die modernen Trainingspläne passen sich gezielter dem gewünschten Trainingsziel und deiner körperlichen Verfassung an. Zudem beinhaltet das Training immer mehr Isolationsübungen, die vorrangig von Fitness Unerfahrenen bzw. Anfängern praktiziert werden. Hinzu kommen noch die einzelnen neumodischen Trainingsmethoden wie Push-Pull-Beine, HIIT, Pyramidentraining oder Intensivwiederholungen.

Was hat sich im Vergleich zu damals an der Ernährung verändert?

In den frühen 60er und 70er Jahren galt das Motto „Learning by doing“, also „probiere aus und lerne“!

 

Athleten wie ein Arnold Schwarzenegger, Franco Columbo oder auch ein Lou Ferrigno gingen mit einer hohen Kohlenhydrat- und Proteinzufuhr an die Sache heran. Und der Erfolg gab ihnen auch Recht, denn sie lagen damals mit der Einschätzung richtig. Nahrungsmittel wie Fleisch und Eier sind in einigen bekannten Old School Bodybuilding Reportagen oder Filmen sehr oft zu sehen. Fette galten grundsätzlich erstmal als negativ. Demnach galt auch hier: Halte es so simpel und effektiv wie möglich – „Keep it simple and stupid“!

 

 

Unsere heutige Fitness und Bodybuilding Ernährung sieht tatsächlich allerdings ganz anders aus: An der Tagesordnung sind gute Fette, wie z.B. die bekannten Omega 3 Fettsäuren – die verhelfen deinem Körper auch zum Wachstum der begehrten Muskeln. Viele Athleten verzichten mittlerweile schon auf tierische Produkte und ziehen als Veganer ihre Proteine aus Erbsen und Linsen und Fette aus Nüssen. Ebenso ist heute zutage die sogenannte Makro- und Mikronährstoffverteilung ein wichtiger Bestandteil zur optimalen Versorgung deiner Muskulatur.

Gab es damals schon ähnliche Supplemente bzw. Nahrungsergänzungsmittel wie heute?

Klasse Frage, denn der Supplement-Markt war selbst damals in den USA wenig ausgereift. In einigen Reportage und Filmen aus der damaligen Zeit siehst Du Dosen mit Proteinpulver. Zu dieser Zeit gab es noch keine BCAA´s, Glutamin, Creatine, Isolat oder Hydrolysat! Damals gab es ganz einfaches Eiweißpulver, hergestellt aus ganz vielen verschiedenen Quellen. Die Wissenschaft war damals noch lange nicht auf dem Stand, wie sie es heute ist. Demnach spielte die Bioverfügbarkeit und Qualität keine besonders tragende Rolle. Professionelle Athleten wie Arnold Schwarzenegger oder Lou Ferrigno wollten einfach nur auf Biegen und Brechen eine möglichst hohe Proteinzufuhr erzielen.

Wie hat sich das Erscheinungsbild der Fitness Athleten und Bodybuilder von damals zu heute verändert?

Damals stand eher die Ästhetik und weniger die Muskelmasse im Vordergrund. Die Sportler erzielten durch ihr Fitness Training beachtliche Muskelberge, die sich im Verhältnis zu heute dennoch in Grenzen hielten. Die sogenannte „Vacuum Pose“ war damals wohl mit Abstand eine der beliebtesten Posen überhaupt. Der Athlet zog seinen Bauch komplett ein und bekam eine unglaubliche und extrem dünne Taille. Heute ist die überdimensionale Muskelmasse das primäre Merkmal eines Bodybuilders. Auf Wettkämpfen und im Fitnessstudio zeigen viele Athleten immer wieder starke Muskelberge und zugleich auch immer öfter einen stark aufgeblähten Bauch. Dieses Phänomen wird auch als „Roid Gut“ bezeichnet und zugleich häufig mit einer erhöhten Zufuhr von Testosteron und anderen chemischen Substanzen in Verbindung gebracht.

Mein persönliches Fazit von damals zu heute

Ich habe in den 90er Jahren mit dem Fitness und Bodybuilding Sport begonnen und wünsche mir ehrlich gesagt in der heutigen Zeit mehr vom Oldschool Bodybuilding zurück! Heute fehlt für mich bei den meisten Athleten einfach die Ästhetik. Einfach nur sinnfrei bepackte Muskelberge sind für mich nicht einfach unästhetisch und haben nichts mit dem Glanz und Ruhm der goldenen Ära der alten Zeiten zu tun. Und genau diese goldene Ära ist einfach immer noch das Schönste und Eindrucksvollsten, was den Körperkult und das elegante Posing betrifft.